War ja nur so ’ne Idee [Rezension]

Wer hat Twitter erfunden? Wann wurde Facebook zum Hit? Seit wann gibt es künstliche Intelligenz? Und wie spricht man den Namen des Erfinders vom Algorithmus aus? All diese Fragen lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner zurückführen: War ja nur so ’ne Idee…!
In dieser Rezension möchte ich das schöne Taschenbuch mit Prägung vom Goldmann-Verlag der Randomhouse Gruppe anhand seiner Stärken und Schwächen bewerten und die Frage beantworten, ob dich ein SmallTalk-Guide wie dieser beim Networking und beim Entwickeln eigener Ideen weiterbringen kann.

Buchinformationen

Titel: War ja nur so ’ne Idee… Geniale Einfälle, die unsere Welt verändert haben. 300 Geschichten
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2018
Autor: Christian Kämmerling
Verlag: Goldmann
Preis: 10,00 €
Seiten: 240 Seiten

Klappentext:

Wer hat’s erfunden?
All die Sachen, die wir im Alltag für selbstverständlich halten – wo kommen sie eigentlich her? Christian Kämmerlin hat die entscheidenden Momente in der Entstehungsgeschichte des modernen Lebens zusammengetragen. In seinem „Lexikon der guten Ideen“ versammelt er Innovationen, Pionierleistungen, Geistesblitze von klugen Köpfen im richtigen Augenblick:

Wer war der erste Jogger?
Wann ging es los mit dem Latte-Macchiato-Wahn?
Und woher kommt eigentlich das @-Zeichen?

300 kurzweilige Einträge von A bis Z, ausgewählt und erzählt vom Mit-Erfinder des SZ-Magazins Christian Kämmerling, illustriert von seinem Sohn Jim.

Beste Smalltalk-Munition!

 

Stärken und Schwächen

Das Buch „War ja nur so ’ne Idee* von Christian Kämmerling besteht aus 300 kurzen Geschichten auf 240 Seiten. Das führt mich direkt zur ersten Stärke, aber auch gleich zur ersten Schwäche. Hier geht es um einen Balance-Akt: Ein einzelnes Kapitel lässt sich in weniger als einer Minute lesen. Die Informationen sind knapp und prägnant, daher also eingängig. Ich habe mir vieles von dem, was ich gelesen habe, gemerkt und habe dadurch mein Repertoire an Dingen, die meine Gesprächspartner nicht wissen, mal wieder erhöht. Ich weiß recht viele teilweise unnütze Dinge und bin dafür bekannt, immer wieder Neues rauszuhauen. Dahingehend ist Kämmerlings Erfindungssammlung definitiv stark.

Andererseits habe ich bei Themen wie der künstlichen Intelligenz, dem Algorithmus oder beispielsweise Wikipedia gerne mehr erfahren. In diesen und anderen Themen war das vorliegende Buch für mich mehr eine Recherche-Erinnerung: Was mich interessiert hat, habe ich durch Suchanfragen im Internet genauer beleuchtet. Das würde ich intuitiv als Schwäche auslegen, da ich die Hermetik von Büchern bewundere und mir tiefergehende Informationen gewünscht hätte.

Sehr schade empfand ich, dass zwar die Herkunft von Ideen dargestellt wurde, aber nicht meine Erwartungen im Sinne der Inspiration erfüllt wurden. Das ist schade, und weder Autor noch Verlag können etwas dafür – nicht viele der Ideen, die zu weltbekannten Dingen, Websites oder Bräuchen geführt haben, fußen auf total genialen oder verrückten Einfällen. Sehr viel scheint von den Erfindern gut kalkuliert und durch mehr Investment als Glück umgesetzt. Das ist etwas schade, aber leider brutale Realität. Ich würde sagen, ich habe etwas vergeblich auf die Mindfuck-Story gewartet.

Stark sind allerdings Schreibstil und Korrektorat. Wie von einem Buch, das von einem Journalisten geschrieben wurde, nicht anders zu erwarten war, findet sich hier kein einziger Tipp- oder Rechtschreibfehler. Wenn du meine belletristischen Buchrezensionen in der Weltenbibliothek kennst, weißt du, dass alle Bücher der Randomhouse Gruppe eines gemeinsam haben: Ich bemängele das schlampige Korrektorat,das spätestensab 66 % des Buches beginnt, teilweise miserabel zu sein, und es gibt einen obligatorischen das-dass-Fehler in jedem einzelnen Buch. Anders aber hier: Was der Irisana-Verlag (Auch Randomhouse) mit „Miracle Morning“ schon im Klappentext extrem blamiert hat, gibt es bei diesem Goldmann-Buch keinen Müh. Eine tolle Stärke, zu der auch noch der eloquente Stil hnzukommt.

 

Bringt dich „War ja nur so ’ne Idee“ weiter?

Ich hatte gewisse Erwartungen an dieses Buch, bevor ich es gelesen habe. Einerseits wollte ich, dass ich inspiriert werde, meine eigenen Geschäftsideen großzuziehen. Ich hätte mir gewünscht, mehr abgefahrene Ideen und schwierige Wege in Erfahrung zu bringen, aber das wurde leider nicht erfüllt. Dafür ist das Buch allerdings auch nicht gedacht: „War ja nur so ’ne Idee* von Christian Kämmerling ist dafür da, Smalltalk-Munition zu gewährleisten. Und das hat das Sachbuch wirklich geschafft: Fakten bleiben im Kopf, und wenn es beim Networking mal lahm wird oder man geschickt das Gespräch in bestimmte Richtungen lenken möchte, kann man mit unterschiedlichen Anekdoten einsteigen. Dabei geht es nicht nur um die technischen und internetlastigen Themen, die ich in dieser Rezension bisher genannt habe, sondern um viel mehr. Damit du selbst bewerten kannst, ob das Buch SmallTalk-Munition für dich beinhaltet, möchte ich dir hier 26 der 300 Themen nennen, um die es geht. Dann kannst du dir spätestens eine eigene Meinung bilden, und ich habe nicht zu viel verraten 😉

  • Augenzwinkern
  • Bluetooth
  • Concealer
  • Dixi
  • Eierschachtel
  • Fotokopierer
  • Granny Smith
  • High Heels
  • Internet
  • Joggen
  • Knöllchen
  • Lego
  • Maus (Computermaus)
  • Nike
  • Oreo
  • PET-Flasche
  • Quarz
  • Rucola
  • Safari
  • Taschenbuch
  • USB-Anschluss
  • Vans
  • Waxing
  • XOXO
  • Yoga
  • Zahnseide

Klingt interessant, oder? Für mich keine Inspiration und keine tiefgehende Information, aber definitiv SmallTalk-Munition (was ein cooles Wort!).

Bewertung von „War ja nur so ’ne Idee“

 

3 von 5 Münzen

Je nach dem, was du von „War ja nur so ’ne Idee* von Christian Kämmerlin erwartet, kann sich das Buch für dich lohnen. Am besten kaufst du es selbst und probierst es aus!

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