Google Adwords für Kleinunternehmer

Google Adwords für Kleinunternehmer – lohnt sich das? In diesem Artikel möchte ich dir diese Frage beantworten und auf häufige Fehler beim Google Adwords Marketing eingehen. Um das Fazit dieses Artikels vorwegzunehmen: Adwords kann sich für Kleinunternehmer lohnen. Aber nur, wenn man bestimmte Regeln befolgt und in ein gewisses Muster passt.

Bei Google Adwords handelt es sich um eine Marketing-Methode, die der klassischen Werbung entspricht. Es geht also um Outbound Marketing und nicht um Inbound Marketing. Du hast sicherlich schon mehrmals Google Adwords Anzeigen gesehen: Besonders häufig geklickt werden diese in Form der Top-Ergebnisse der Suchanfragen. Suchst du nach einem Begriff, findest du oben noch vor Platz 1 der Suchergebnisse bezahlte Anzeigen. Diese sehen aus, als seien sie schlichtweg relevant für deine Scuhanfrage, aber der Websitebetreiber zahlt dafür, wenn du auf diese Seite klickst.

Somit handelt es sich bei Google Adwords für Kleinunternehmer nicht um schnöde Outbound Werbung, die den User unterbricht oder stört, sondern um Anzeigen, die aussehen, als seien sie Suchergebnisse. Inhaltlich müssen sie natürlich für die Suchanfrage passen, und daher würde ich sie bei genauerer Betrachtung nicht um schlichte Outbound Marketing Werbung bezeichnen. Google Adwords kann ein bisschen mehr.

 

Ein kleines Glossar für Anfänger:

Keyword: Suchbegriff, der auf deiner Seite vorkommt und der gesucht wird. Durch das Keyword als Suchanfrage soll deine Seite gefunden werden.

Responsiv: Ein responsives Web-Design sorgt dafür, dass die Website auf Computern wie auch auf Smartphones oder Tablets passend dargestellt werden kann.

Landing-Page: Das ist in der Regel eine Seite, auf die deine Google Adwords Anzeige leitet. Durch den externen Link „landen“ deine Besucher auf dieser Seite. Sie ist in der Regel so gestaltet, dass die Besucher auf der Seite bleiben, durch dich und deine Leistungen angesprochen werden und nach Möglichkeit Kontaktdaten hinterlassen, Anfragen stellen oder etwas kaufen.

Conversion Rate: Die Quote, mit der Besucher deiner Website interagieren. Angenommen, du hast 1000 Besucher und davon haben 30 eine Anfrage für deine Korrektoratsleistung gestellt. Dann liegt deine Conversion Rate bei 3 %.

ROI: Return of Investment

 

Wie funktioniert Google Adwords für Kleinunternehmer?

Der User stellt eine Suchanfrage bei Google. Idealerweise nutzt er dabei ein Keyword, das aus mehreren Wörtern besteht, also ein sogenanntes long tail keyword. Statt „Lektor“ sucht er also nach „Lektor im Raum Hannover“ oder nach „Lektorat Kosten“, „Lektor für Fantasy-Projekt“ oder so ähnlich. Google sucht sich die Anzeigen raus, die Werber bei ihnen erstellt haben und stellt sie auf der Seite der Suchergebnisse dar. Das ist von Relevanz und Budget abhängig. Du kannst dich mit einer schlechten Seite nicht einfach auf Platz 1 der Werbeanzeigen über den Suchergebnissen einkaufen. Google prüft mit seinen Algorithmen, ob deine Website überhaupt enthält, was sie laut Adwords-Keyword verspricht und ob sie z.B. responsiv dargestellt werden kann. Der User gerät durch einen Klick auf deine Landing-Page. Damit entstehen Kosten und du bezahlst pro Klick an Google Adwords. Somit kann sich Google Adwords für Kleinunternehmer lohnen, vor allem, wenn du Traffic benötigst und deine Conversion Rate grob kennst – oder wenn du keine Ahnung hast und deine Zielgruppe und ihr Verhalten erst noch kennenlernen willst.

 

Worauf du bei Google Adwords als Kleinunternehmer achten musst

Um mit Google Adwords Marketing erfolgreich zu sein, musst du im Vorfeld auf einige Dinge achten. Einfach anmelden, Budget festlegen und loslegen geht in der Regel in die Hose. Und besonders bei uns Solopreneuren und Kleinunternehmern wird das schnell ein finanzielles Fiasko.

 

Keywords recherchieren

Es ist wichtig, dass du deine Keywords gut recherchierst. Versetze dich dazu immer unbedingt in die Lage desjenigen, der die Suchanfrage erstellt. Wenn du beispielsweise deine Leistungen als Buchbranchen-Experte in Form von Vortragsbuchungen verkaufen möchtest, solltest du darauf achten, dass deine Keywords auch danach suchen. Niemand, der jemanden für einen Vortrag buchen möchte, sucht nach deinen Kinderbüchern, die du vor fünf Jahren veröffentlicht hast. Natürlich können die als Referenz nützlich sein, aber jemand, der nach deinen Kinderbüchern sucht, wird dich nicht als Vortragender buchen wollen. Darüber hinaus solltest du auf das Suchvolumen des Keywords achten. Da der Global Market Finder vom Netz genommen wurde, bleiben nur kostenpflichtige Suchtools. Ich empfehle an dieser Stelle keywordtool.io. Natürlich ist ein Account dort teuer, aber Google Adwords für Kleinunternehmer ist insgesamt entsprechend teuer. Mehr dazu im folgenden Text.

Beachte bei deiner Keyword-Recherche, dass viele Suchanfragen nicht gleich viel potentielle Kundschaft bedeuten! Nur, weil 20.000 Leute nach genau deiner Leistung suchen, heißt das nicht, dass deine Anzeige hoch geschaltet wird. Im Gegenteil: Die Konkurrenz ist meist so groß, dass du nicht mithalten kannst. Für mich hat sich bisher herausgestellt, dass Suchanfragen zwischen 100 und 1000 Anfragen pro Monat rentabel sind. Aber auch ganz kleine Suchvolumina können sich lohnen. Wenn dein Angebot so speziell ist, dass nur 10 Personen im Monat danach suchen, kann es gut passieren, dass du eine extrem hohe Conversion Rate erhältst, weil du eine monopolartige Stellung mit deiner Leistung (und dem long tail keyword) hast.

 

Erstelle Anzeigengruppen

Google Adwords für Kleinunternehmer funktioniert nicht, indem du eine Anzeige erstellst, sie schaltest und dann glücklich bist. Für jede Kampagne brauchst du eine ausführliche Struktur. Was im echten offline-Leben gilt, ist online umgekehrt der Fall: Erstelle viele Anzeigengruppen. Du kannst kein Papier verschwenden. Gestalte für jedes Keyword eine eigene Anzeige und Texte entsprechend. Übrigens: Ich bin hauptberuflich Texterin und helfe dir gerne bei der Formulierung deiner Anzeigen. Dabei ist es wichtig, dass Anzeigen eine gewisse digitale Verführung enthalten. Ein Klick auf die Anzeigenerweiterung ist zwar genauso teuer wie ein Klick auf die Anzeige selbst, aber somit kannst du deine zukünftigen Kunden „vorsichtig“ informieren, bevor sie überhaupt auf deine Website kommen. Das macht einen guten Eindruck.

 

Richte das Tracking ein

Ich habe bereits erwähnt, dass Google Adwords für Kleinunternehmer am Anfang oft in die Hose geht. Das kann auch bei dir passieren, wenn du all die Tipps aus diesem Artikel befolgst. Dieses Lehrgeld lohnt sich aber extrem, wenn du das Tracking einschaltest. Bestimme Ziele und lasse dir deine Konversionen anzeigen. Somit kannst du überwachen, was gut funktioniert, was schlecht funktioniert, worauf du aufbauen solltest und lernst somit deine Zielgruppe immer besser kennen.

 

Formuliere Ziele

Was willst du eigentlich mit Google Adwords erreichen? Ein paar Newsletteranmeldungen sind es hoffentlich nicht – dafür ist Google Adwords viel zu teuer. Du solltest dich mit der Gestaltung von Landing Pages auseinandersetzen und eine konkrete Leistung anbieten können. Diese Leistung solltest du nicht einfach nur vorstellen, sondern unbedingt mit Call-to-Actions arbeiten. Sorge dafür, dass nach dem Klick auf die Adwords Anzeige auch ein Klick auf deiner Landing Page geschieht. Allein, wenn ein Interessent dein Kontaktformular ausfüllt und ein Angebot möchte, hast du viel gewonnen.

 

Rechne!

Wage dich an Zahlen ran, suche dir branchenübliche Conversion Rates und rechne einmal mit dem CPC-Angebot durch: Wie viel wirst du voraussichtlich ausgeben, um dein Ziel zu erreichen? Lohnt sich das? Wenn es sich auf dem Papier rechnerisch lohnen kann, probier‘ es aus. Du wirst eine gewisse Zeit brauchen, um mit Google Adwords für Kleinunternehmer Erfolg zu haben, aber wer nicht wagt, kann auch nicht gewinnen.

Rechne dazu nicht nur mit einer einfachen Conversion Rate. Berechne immer ein, dass diejenigen, die etwas kaufen, auch Retouren schicken. Und damit, dass Menschen, die ein Angebot von dir einholen, dieses anschließend ablehnen.

Wie berechnet man also den ROI? Hier ein Beispiel für dich:

Angenommen, der Klickpreis für dein Keyword beträgt 0,50 €, und in der Branche ist eine Conversionrate von 5 % üblich. Dann rechnest du damit, dass 100 Besucher kommen und sich fünf davon für dich interessieren und dein Kontaktformular ausfüllen. Du brauchst also 20 Besucher für eine Anfrage. Erfahrungsgemäß führen nur 25 % der Anfragen zu einem Verkauf. Somit kostet dich ein Verkauf  20 * 0,50 € * 4 = 40 €. Rechne diesen Betrag in die Preisgestaltung deiner Leistung ein.

Habe keine Angst vor Zahlen. Jeder fängt einmal an.

 

A propos anfangen: Ich wollte noch die Frage beantworten, ob sich Google Adwords für Kleinunternehmer lohnt. Die Antwort lautet: Ja. Es lohnt sich. Es lohnt sich aber nicht für dich, wenn …

  • Dein Produkt nur 9,99 € kostet
  • Du mehr Traffic und keine konkreten Verkäufe erzielen willst
  • 150 € Werbebudget für den ersten Testlauf zu viel für dich sind

Google Adwords lohnt sich allein vom Tracking her erst, wenn du deine erste Probephase 30 Tage lang laufen lässt. Erst dann hast du genug Daten, um etwas über diene Zielgruppe sagen zu können. Außerdem sollte dein Budget mindestens 5 € (oder 5 $, das nimmt sich nicht viel) pro Tag betragen.

 

Wie sieht’s bei dir aus? Hat dir dieser Artikel geholfen? Welche Erfahrungen hast du mit Google Adwords gemacht? Schreib‘ es uns in die Kommentare!

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