Die Big Four des Schreibens

In diesem Artikel erklärt Sandra Berger die Big Four des Mindsettings. Attribute, die Schreibende benötigen. Was das ist und was dir die Big Four des Schreibens bringen, liest du jetzt im Folgenden.

Welche Worte kommen dir in den Sinn, wenn du an einen Autor oder eine Autorin denkst? Vielleicht…

  • Schreiben,
  • Roman,
  • Computer,
  • Veröffentlichung,
  • Verlag,
  • Selfpublisher und so weiter?

Ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass Schreiben dir als erstes in den Sinn kam – richtig?

Um ein Buch zu schreiben, benötigst du natürlich das Wichtigste überhaupt: Leidenschaft. Sie steht übergeordnet und ist essenziell, um überhaupt den Willen zu haben, monatelang an einem Manuskript zu sitzen.

Allerdings braucht es mehr als nur Leidenschaft, um deine Ziele zu erreichen. Es braucht meiner Meinung nach vier weitere Punkte.

Und, bevor hier jemand aufschreit – ja, es hängt auch von ganz vielen anderen Faktoren ab, ob du deine Ziele erreichst. Faktoren wie beispielsweise Trends sind gegeben, und diese kannst du nicht beeinflussen.

Doch die Punkte, die du beeinflussen kannst, sind die sogenannten Big Four. Du kannst auf sie persönlich Einfluss nehmen, damit sie dich näher oder vielleicht sogar bis an deine gewünschten Ziele bringen.

Mit den Big Four ans Ziel

Doch, was sind diese «Big four» und wie nutzt du sie, für das Erreichen deiner Schreibziele?

Bei dem Ziel, ein Buch zu veröffentlichen, konzentrieren sich viele Autoren vornehmend auf das Handwerk (Romanaufbau, Struktur usw.). Das ist ein wichtiger Aspekt – allerdings gehört mehr dazu. Mit Handwerk allein wirst du deine Ziele nicht erreichen.

Wie gesagt, der größte und übergeordnete Punkt ist die Leidenschaft. Ohne diesen inneren Motor würdest du dir nie die Zeit nehmen, monatelang an einer einzigen Geschichte zu schreiben. Da hättest du nach ein paar Tagen schon keine Lust mehr. Doch dieses innere Prickeln, diese Freude, welche die Schreibleidenschaft mit sich bringt, ist einfach beflügelnd. Nicht wahr?

Unter dem treibenden Motor stehen die Big Four. Sie sind sozusagen deine persönlichen Unterstützer, um das von dir gewünschte Ziel zu erreichen.

 

Der erste Antrieb heißt Disziplin.

Einige Menschen haben von Natur aus Disziplin, andere müssen es sich zuerst antrainieren.

Du gibst mir bestimmt recht; einen Roman zu schreiben ist ein Marathon. Um durch die Ziellinie zu gelangen, brauchst du Disziplin, um kontinuierlich, Tag für Tag, Woche für Woche, an deiner Geschichte zu schreiben.

Wenn du mal hier, mal da etwas schreibst, wirst du Jahre brauchen, bis dein Roman beendet ist. Vielleicht hörst du gar vorher schon frustriert auf.

Deine Fans wollen Nachschub von dir! Wenn du nicht diszipliniert an deinem Roman arbeitest, wird ihnen die Lust vergehen, auf dein nächstes Werk zu warten.

Wie du weißt, gibt es da draußen zig Autoren und genug Bücher. Deine Fans werden dir Jahre ohne Veröffentlichung nicht verzeihen, bloß weil du undiszipliniert bist. Sie werden sich ganz einfach einen neuen Autor suchen, dessen Fan sie sein können – und dich schlimmstenfalls vergessen.

 

Mut – Nummer Zwei der Big Four

Das zweite Attribut, das du benötigst um dein Ziel zu erreichen, ist Mut.

Allein den ersten Roman zu schreiben, kann bei einigen Schweißausbrüche auslösen. Plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen und im Fokus von Fremden, ist nicht für jeden leicht.

Mut ist ein treibender Faktor, der dir hilft, deine Ziele zu fokussieren. Er unterstützt dich vor allem dabei, der Kritik, der du automatisch ausgesetzt wirst, standzuhalten.

Sei das Gegenwind von anderen Autoren, Kritik von Lesern oder Bloggern oder ungefragte Besserungsvorschläge, was du nach Meinung von xyz hättest besser machen können.

Fehlt dir aber dieser Mut, wirst du durch Kritiken einknicken. Du wirst traurig sein, lustlos, unmotiviert und wirst an dir zweifeln. Vielleicht verlierst du auch bereits während des Schreibens den Glauben an dich.

Die Angst in dir nimmt dann überhand. Sie zeigt dir wie ein Film auf, was alles Schlimmes geschehen kann, wenn du deinen Traum wahr werden lässt.

Mut unterstützt dich, trotz diesem angstbringenden Film weiterzumachen und trotz Kritik, kontinuierlich an dir zu arbeiten. Mut ist eine Kraft. Diese Kraft und die Kritik wird dich vorantreiben, immer weiter und weiter, damit du deine von dir gesetzten Ziele erreichen kannst.

 

Nichts geht ohne Handwerk!

Der dritte Punkt ist derjenige, auf dem sich die meisten Autoren fokussieren – das Handwerk. Einige haben Schreibratgeber gelesen, Romane analysiert oder eine Schreibausbildung gemacht, um zu lernen, wie eine Geschichte aufgebaut wird.

Leider kursiert in der Autorenwelt der Mythos, dass man auch ohne Struktur oder Dramaturgie-Kenntnisse schreiben könne.

Soweit haben sie natürlich schon recht, doch einen Romanaufbau hat immer einen Sinn. Er ist der rote Faden, der den Leser durch die Handlung bis zum Ende führt und ihn die Höhen und Tiefen der Protagonisten miterleben lässt. Er zeigt die Logik der Geschichte, die Wendepunkte und dramaturgischen Wende-, Hoch- und Tiefpunkte auf. Ziel ist, dass der Leser am Ende mit einer inneren Zufriedenheit das Buch schließt und mehr davon will.

Hast du als Autor allerdings keine Kenntnisse über Struktur und Dramaturgie, verzettelst du dich oft, schreibst dich in eine Ecke, aus der du nicht mehr heraus kommt und dadurch Seite für Seite umschreiben musst. Werden Spannungsbögen missachtet, wirkt die Handlung banal und fad.

Das alles während des Schreibens zu ändern ist ein riesen Aufwand und ein unnötiger Zeit-Raub.

Dazu kommt, dass viele Fragen, die sich der Leser während des Lesens stellt, am Ende oft nicht beantwortet werden.  Es ist vorauszusehen, dass solch eine Geschichte dem Leser nicht gefällt und er sie auch nicht positiv weiterempfehlen wird.

 

Mindset – die oft vergessene Voraussetzung!

Der letzte Aspekt, den viele nicht wirklich mit dem Autorendasein gleichsetzen, ist die Arbeit mit dem eigenen Mindset.

Mindset ist innere Arbeit an sich selbst. Den Glauben an sein eigenes Tun und an seine Fähigkeiten. Wenn du selbst nicht daran glaubst, dass du ein Ziel erreichen kannst, egal, wie groß oder klein es auch ist, wird es nicht geschehen.

Mindsetarbeit bedeutet, dich mit positiven Gedanken auf dein gewünschtes Ziel zu fokussieren. Das heißt nicht, dass du alles spielend leicht und sofort erreichst, sondern dass du das fixierte Ziel verfolgst – egal, wie lange es dauert.

Ein positives Mindset holt dich immer wieder aus den Tiefs, die dich während deiner Reise begleiten. Ohne würdest du in einem Moment, an dem du nur noch frustriert bist, aufgeben. Du würdest dich in Negativität suhlen und dir einreden, dass du schlecht seist und nicht schreiben könntest. Dazu denkst du womöglich, dass keiner deine Bücher lesen wolle und du nie etwas erreichtest.

 

Ganz klar, es gibt viele andere Einflüsse, die deinen Weg kreuzen und dazu beitragen, ob du schlussendlich dein Ziel zu 100 % erreichst.

Arbeite daher mit deinem Mindset und stelle es auf Positivität ein. Nimm deinen Mut, um hinaus in die Öffentlichkeit zu treten und haben dabei einen Rucksack bepackt mit Leidenschaft, handwerkliches Wissen und Disziplin. Damit wirst du es leichter haben, deine Ziele zu erreichen.

 

Kreiere deine Big Four des Schreibens

Ich bin ein Fan der Big Four, denn sie unterstützen dich, als Schreibende das zu erreichen, was in deiner persönlichen Macht steht. Sie ziehen dich durch schlechte Zeiten und holen dich aus dem Sumpf der Frustration. Dazu zeigen die vier Attribute dir stets auf, wo dein Ziel ist und auf welche Aspekte du deinen Fokus legen sollst, damit du sie erreichst.

Ich kann daher empfehlen, deinen Fokus nicht nur auf das Schreib-Handwerk zu fokussieren. Erweitere deinen Horizont und kreiere deine eigenen, ganz persönlichen Big Four.

 

Wie sieht’s bei dir aus? Disziplin, Mut, Mindset, Handwerk – Worin fühlst du dich stark, wobei brauchst du Nachhilfe? Erzähl uns in den Kommentaren davon!

One Comment

  • Diese vier Punkte kann man auf alles anwenden, was mit Leidenschaft und Erfolg durchführen möchte. Ich glaube Handwerk und auch Mindset wird häufig vernachlässigt. Disziplin sowieso. Ohne Mut fange ich erst gar nicht an.
    Ich schreibe nicht, nur im Blog, aber auch hier habe ich mir schon vorgenommen vor allem am Handwerk zu arbeiten. Du hast meinen Vorsatz bestärkt.
    Viele Grüße
    Silvia
    #litnetzwerk

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