Die 4-Stunden-Woche [Rezension]

Die 4-Stunden-Woche, habe ich mir gekauft, weil ich es schon vor Jahren bei meinem Vater gesehen habe. Damals habe ich es noch als lächerlich empfunden (die Erwachsenen gehen doch gerne arbeiten), heute wünsche ich mir nichts sehnlicher als einen 4 Stunden Arbeitstag oder gleich die 4 Stunden Arbeitswoche.

Buchinformationen

Titel: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben
Originaltitel: The 4-Hour Workweek
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2015
Autor: Timothy Ferriss
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Preis: 11,00 €
Seiten: 352 Seiten

Klappentext:

Warum arbeiten wir uns eigentlich zu Tode? Haben wir nichts Besseres zu tun? Und ob! – sagt Timothy Ferriss. Der junge Unternehmer war lange Workaholic mit einer 80-Stunden-Woche. Doch dann erfand er MBA – Management by Absence – und ist seitdem freier, reicher, glücklicher. Mit viel Humor, provokanten Denkanstößen und erprobten Tipps erklärt Ferriss, wie sich die 4-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich verwirklichen lässt.

 

Stärken und Schwächen von Die 4-Stunden-Woche

Die 4-Stunden-Woche* ist in vier Buchstaben unterteilt. Definition + Eliminierung + Automation + Liberation= DEAL. Ich werde dir einen groben Überblick über jeden Punkt verschaffen und picke die besten Stückchen für dich heraus.

Bevor ich auf die Punkte eingehe, möchte ich dir sagen, dass ich von dem Buch total begeistert bin. Für mich ist das einer der ersten Schritte in ein lebenswerteres Leben. Trotzdem hat das Buch auch seine Schattenseiten, fangen wir gleich mit den Beiden an.

Zu gut, um wahr zu sein

Als ich anfangs für diesen Beitrag recherchiert habe, fand ich einige Seiten, die sagten, dass Timothy Ferriss ein Lügner sei. Was für ein Aufhänger! Der Autor eines der erfolgreichsten Selbsthilfe Bücher ist nicht wahr. Das wollte ich eigentlich schreiben, aber einer Seite der ich sehr vertraue sagte das er all diese Dinge getan hat. Also habe ich mich auf die Suche nach Beweisen gemacht. Tatsächlich nach einer gefühlten Ewigkeit, habe ich sie endlich. Es gibt Fotos und Augenzeugenberichte. Also kann ich sagen Timothy Ferriss spricht die Wahrheit.

Eine Kleinigkeit bleibt aber. Er gibt sich sehr bescheiden, kommt aber aus East Hampton. (Ziemlich teures Pflaster.) Obwohl seine Familie nicht zu den Reichen dort gehörte, hatte er schon früh Kontakt mit berühmten und reichen Leuten. (Zum Beispiel als Billy Joel ihm 20 $ Trinkgeld gab.) Also hatte er schon viel früher als die Meisten Kontakt zu Reichen. Das muss nichts heißen, aber einen kleinen Startbonus gibt so etwas schon. (Denke ich.)

 

Durchführbarkeit

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Umsetzbarkeit von Timothy Ferriss Ideen. Das liegt an den Ländern, in denen wir leben. In Amerika herrscht in der Arbeitswelt eine völlig andere Kultur. Hier in Österreich und Deutschland sind die Strukturen eingefahren und lassen sich kaum aufbrechen. Wenn jemand bei uns um ein Home Office bittet, wird er erst mal komisch angesehen. Gleich darauf wird die Bitte in den Wind geschlagen. Also nimm vor allem den letzten Buchstaben „L“ mit einer Prise Salz.

 

DEAL

Kommen wir zu den Buchstaben:

Definition

Zuerst kommen einige Ansichten, die als kontrovers gelten könnten. Man sollte sein Leben nicht auf den Ruhestand aufschieben. Stattdessen sollte man Mini-Ruhestände alle paar Monate machen. Timothy Ferriss arbeitet beispielsweise intensiv für zwei Monate. Wenn das Projekt erledigt ist, macht er ein Monat lang einen Mini-Ruhestand.

Als Nächstes beschäftigt sich Die 4-Stunden-Woche mit dem Thema Angst. Dabei geht es nicht um die Angst, die dich ein wenig unruhig werden lässt, sondern die die dich lähmt. (Nur nichts Neues, es könnte dich umbringen.) Um seine eigene Angst zu überwinden hat Timothy Ferriss sein Worst-Case-Szenario definiert und es sich bildlich vorgestellt. Dabei ist ihm klar geworden, dass dieser Albtraum:

  1. Sehr unwahrscheinlich ist.
  2. Nur temporär seine Lebensqualität gemindert hätte.

Hingegen wenn das Best-Case-Szenario eintritt, könnte sich sein Leben nachhaltig zum Besseren wenden.

So dürfte es wohl einigen von uns gehen, wenn wir wirklich ehrlich mit uns sind. Selbst wenn der unwahrscheinliche Fall einer Pleite eintritt, kannst du daran wachsen. Klar, kurzzeitig tut es weh, musst vielleicht in einen gehassten, aber gut bezahlten Job zurück, aber du hast einen Fehler gemacht und wirst ihn sicher kein zweites Mal machen. Ich bin mir sicher, dass falls der unwahrscheinliche Fall eines totalen Ausfalls käme, du einen Weg finden würdest um über die Runden zu kommen. (Möbel verkaufen, Zweitjob annehmen, Kindern das Essensgeld klauen.)

Den Schluss dieses Buchstabens bildet der Traumplan. Die 4-Stunden Woche fordert jeden dazu auf, ein wenig unvernünftiger zu werden. Denn nur die bombastischen Träume sind es wert erreicht zu werden. In Die 4-Stunden-Woche ist ein kleines Diagramm mit Haben, Sein und Tun. Bei Haben und Tun wird als erstes das Ziel aufgeschrieben um dann gleich die Kosten herunterzubrechen. Bei Sein ist noch der Schritt Tun dazwischen. Denn um ein guter Koch zu sein musst du dir vorher überlegen was ein gute Koch für dich ist.

Beim Aufschreiben sollte man so genau wie möglich sein. (Nicht einfach Auto, sondern die Marke und das Modell.) Diese bricht man dann, je nachdem wie man möchte, auf Monate, Wochen oder Tage herunter. So kann man genau sehen, wie viel man verdienen muss, um die Traumziele zu erreichen. Das macht die Sache handlicher.

 

Eliminierung

Ein sehr wichtiger Punkt, den man hin und wieder vergisst. Bevor man eine Aufgabe so leicht wie möglich macht, sollte man sich fragen, ob diese überhaupt gebraucht wird, oder ob sie nur ein Füller ist. Gemeint ist zum Beispiel das E-Mail schauen. Es ist wichtig keine Frage, aber musst du wirklich alle 10 Minuten in deinen Posteingang schauen? Laut Timothy Ferriss nicht und im Selbstversuch kann ich bestätigen, es ist nicht notwendig. Die 4-Stunden-Woche* muntert jeden dazu auf, seine E-Mail höchstens einmal pro Tag anzusehen. Timothy Ferriss selbst schaut sie sich nur einmal die Woche an.

 

Automation=Outsourcing

Eine besonders anregende Geschichte in dem Buch kommt gar nicht von Tim Ferriss, sondern von A.J. Jacobs, Autor von Britannica & Ich. Am liebsten würde ich euch die ganze Geschichte hier erzählen, allerdings würde das den Rahmen sprengen, deswegen hier die Kernaussage: Du kannst dein gesamtes Leben outsourcen.

Hört sich abstrakt an, ich weiß. Aber denkt doch mal daran, wie es wäre wenn du für Wichtige, aber nicht dringende Behördenwege einfach deinen virtuellen Assistenten einschalten könntest. Meine Schwägerin hat wegen dem Kinderbetreuungsgeld einmal drei Stunden (!) lang telefoniert. Am Ende kam nichts raus. («Wir schicken Ihnen die nötigen Unterlagen.«) Die drei Stunden, wären anders sicher besser genutzt gewesen. Genau hier könnte man einen virtuellen Assistenten einsetzten. Sagen wir mal, durch deine Tätigkeit verdienst du 20 € in der Stunde. Durch diese drei Stunden verlierst du 60 €. Ein virtueller Assistent hingegen kommt auf 15 €. Das heißt, du würdest 45 € für den Assistenten ausgeben, verdienst durch deine Tätigkeit 60 € und hast somit ein Plus von 15 €.

Dass man sich das nicht vom ersten Tag an leisten kann, ist klar, aber denk an die vielen Möglichkeiten.

 

Liberation

Das ist der Teil, der in Österreich und Deutschland am schwierigsten umzusetzen ist. Deswegen werde ich es nur kurz anschneiden.

Timothy Ferriss zeigt in einer »Fallstudie« wie ein einfacher Angestellter seinem Büro entfliehen konnte und 30 Tage in China verbracht hat. Dazu hat er sich keinen Urlaub genommen und es nicht einmal seinem Chef gesagt. Er schaffte dies, indem er von seiner Vollzeitstelle im Büro auf Homeoffice umstellte. Das machte er mit einer Technik, die auch Haustierläden mit Welpen nutzen. («Nehmen sie ihn mit nach Hause, wenn es nicht funktioniert, dann bringen Sie ihn wieder her.«) Der Mensch ist so geschaffen, dass wenn er sich erst einmal auf eine Sache einlässt diese, dann meist so belässt. So ähnlich wie die Verkäufermethode »Fuß in der Tür«.

 

Bringt dich Die 4-Stunden-Woche weiter?

Definition und Eliminierung sind Themen, die sich jeder zu Herzen nehmen sollte. Beim Ersteren baut man sein Mindset auf, das Andere nutzt man um unnötige Tätigkeiten, auszulöschen. Automation ist für viele eher eine Spielerei, aber gerade wenn du viel recherchieren musst, solltest du dir überlegen, ob ein virtueller Assistent dich interessieren könnte. Liberation ist auch spannend, aber in Deutschland und Österreich noch schwer umsetzbar. Zumindest für die 08/15 Bürojobs.

Einfach gesagt: Die ersten Beiden Kapitel, empfehle ich Jedem, die letzten Beiden den Träumern.

 

Bewertung von Die 4-Stunden-Woche

 


4 von 5 Münzen

Das Buch birgt viele, wundervolle Hilfestellungen. Wenn du einen unabhängigen Lebensstil anstrebst kann ich dir dieses Buch nur empfehlen!

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